Dieser Scannertyp, üblicherweise in Büros oder Arztpraxen beheimatet, dürfte mit Abstand (auch gebraucht, weil sehr gesucht) der teuerste der vorgestellten Typen sein und wird sich für Dich wohl nur rechnen, wenn Du entweder vorhast, mit Ebook-Basteleien in Serienproduktion zu gehen, oder ihn wie ich zu einem sehr, sehr günstigen Preis gebraucht erwerben kannst.

Was sich durchaus lohnen könnte, denn er ist tatsächlich in der Lage sehr schnell und sehr ordentlich eine grosse Menge an Vorlagen beidseitig in guter Auflösung einzuscannen (meiner schafft bis zu fünfzig Blatt = 100 Seiten in der Minute!!) und als fertige PDF auszugeben.
Allerdings solltest Du dann auch bereit sein, ein wenig chirurgische Vorarbeit zu leisten und Dein Buch mit scharfem Bastelmesser und Stahllineal vorher zu zerschneiden:
„Am Stück“ kann dieser Scanner aufgrund seiner Bauweise ein Buch oder eine Zeitschrift nämlich nicht verdauen, sondern er braucht tatsächlich die einzelnen Blätter als Futter für seine Arbeit, möglichst so beschnitten, dass die Klebekanten der Leimung ordentlich entfernt sind.
Da ich selbst hauptsächlich sehr günstig erworbene Letzthand-Taschenbücher in Ebooks verwandele und danach ohnehin ins Altpapier entsorge, weiss ich diese Prozedur als Arbeitserleichterung wirklich zu schätzen und mache mir diese notwendige Mehrarbeit gerne, auch wenn sie manch anderem als Sakrileg („man zerstört keine Bücher“) oder als anderweitig grosser Nachteil dieses Scannertyps erscheinen mag.
Wobei dieser Scanner tatsächlich alles verarbeiten kann, was entsprechend vorbereitet in den Einzugschacht passt:
Alte schmaddelige und zerlesene Taschenbücher ebenso wie farbige Hochglanzmagazine – mit Ergebnissen, die mindestens ähnlich gut (und meist sogar noch wesentlich besser) sind als beim vorher vorgestellten Bücherscanner:

Und auch bei der Texterkennung erweist er sich als über jeden Zweifel erhaben und hatte mit meinen Testseiten die niedrigste Fehlerquote von allen bis auf (wieder einmal!) die zu dicht zusammenstehenden Worte der Vorlage, mit denen die Texterkennnung offenbar auch hier nicht zurecht gekommen ist:

Wobei ich Dir trotz aller Vorzüge dieses Scanner-Typs aber auch noch einen weiteren Nachteil nicht verschweigen will, der zumindest dann relevant werden könnte, wenn Du Dir so ein Gerät gebraucht beschaffen willst:
Tatsächlich gibt es bei diesem Typ zwei oder drei Verschleissteile, die gelegentlich (bei meinem nach 50.000 Scans ) gewechselt werden müssen und je nach Fabrikat auch nicht ganz billig sind. Die Andruckrollen für den Papiertransport nutzen sich halt irgendwann ab, sind aber zum Glück kinderleicht zu wechseln und auch für ältere Scanner meist noch problemlos über Amazon zu bekommen…
Frag also vor dem Gebrauchtkauf-Kauf eines solchen Scanners auf jeden Fall nach, ob diese Rollen schon gewechselt wurden und wie viele Scans der Zählerstand in der Scannersoftware aktuell zeigt…
-_-_-_-
Und noch eines bleibt zu ergänzen, was ich schon mehrfach in diesem Zusammenhang gelesen habe:
Manche Kombi-Drucker haben ja ebenfalls eingebaute Scanner mit automatischem Einzug.
Diese funktionieren trotz komplizierterer (weil um die Ecke führender) Papierführung wohl auch für unser Zwecke, haben aber oft keine echte Duplexfunktion, so dass man schlimmstenfalls den gleichen Papierstapel zweimal hindurchlaufen lassen muss:
Einmal für die Vorderseite und dann nochmal für die Rückseite, um anschliessend die Scans per Software automatisch in die richtige Reihenfolge zu bringen…
Womit sich unter Umständen eine höhere Fehlerquote in der Seitensortierung ergibt und Du zumindest den Zeitvorteil wieder verlierst, den echte Duplexscanner bieten – mal ganz abgesehen von der möglicherweise schlechteren Qualität der Scans, weil die Auflösung dieser Art Scanner dem angestrebten Tempo und dem günstigen Preis geschuldet in diesem Modus manchmal viel zu niedrig ist.
Insofern sind derartige Kombi-Scanner also tatsächlich nur bedingt empfehlenswert, selbst wenn sie wohl meistens ihren Zweck erfüllen.
Fragen, Anmerkungen und
Kommentare unter dem Blogbeitrag



